Erinnerungen bewahren: Stadtarchiv Stade präsentiert Buch über die Flüchtlingssuchkartei – Zeitzeugin erhält erstes Exemplar
Stade – Bewegender Moment im Stadtarchiv Stade: Ursula Piepenburg, geborene Kreutzmann, erhielt gemeinsam mit ihrer Familie das erste Exemplar der Neuerscheinung über die „Flüchtlingssuchkartei Stade/Elbe“. Das Buch von Dr. Christina Deggim beleuchtet ein bislang kaum bekanntes Kapitel der Nachkriegsgeschichte – die Arbeit des Stader Suchdienstes, der unter der Schirmherrschaft des Dänischen Roten Kreuzes Familien nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zusammenführte.
Vom dänischen Suchdienst zur Stader Kartei – Buch erinnert an bewegte Nachkriegsgeschichte
Ursula Piepenburg war 1949 als Zwölfjährige mit ihren Eltern aus Dänemark nach Stade gekommen. Ihr Vater, Axel Kreutzmann, gehörte zu den letzten deutschen Flüchtlingen, die Dänemark verließen, um hier die Arbeit mit der Kartei fortzuführen. Bis 1950 half er dabei, getrennte Familien zu vereinen und Schicksale aufzuklären. Auch nach der offiziellen Auflösung des Dienstes engagierten sich einige Mitarbeitende – mit Billigung des damaligen Regierungspräsidenten – weiter, um die Suche nach Vermissten fortzusetzen.
Autorin Dr. Christina Deggim, Leiterin des Stadtarchivs, erforschte die Geschichte auf Grundlage umfangreicher Aktenbestände und privater Aufnahmen, die Piepenburg für die Veröffentlichung zur Verfügung stellte. Im Rahmen eines kleinen Festakts überreichte sie der 88-Jährigen das erste Exemplar des Buches und nahm weitere private Fotografien in den Archivbestand auf.
Das Werk „Die Flüchtlingssuchkartei Stade/Elbe, vormals Flygtningeadministrationens Kartotek Kopenhagen“ ist als Broschüre erschienen, umfasst 196 Seiten mit 27 Abbildungen und enthält eine englische Zusammenfassung. Erhältlich ist es zum Preis von 18,60 Euro (ISBN 978-3-938528-18-1).



