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Landkreis Stade

Landkreis Stade tritt als erster Landkreis in Deutschland dem Modellvorhaben „Kinderfreundliche Landkreise“ bei

Stade. Der Landkreis Stade bewirbt sich als erster Landkreis in Deutschland um das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Damit verpflichtet er sich, die Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen vor Ort zu stärken. Landrat Kai Seefried hat dazu am gestrigen Dienstag eine Vereinbarung zur verbindlichen Zusammenarbeit mit dem Verein Kinderfreundliche Kommunen unterzeichnet. Im nächsten Schritt wird der Landkreis einen Aktionsplan erstellen, um junge Menschen im Landkreis Stade besser zu schützen, zu fördern und zu beteiligen.

Für den Aktionsplan, der innerhalb eines Jahres unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen entwickelt wird, vergibt der Verein das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Das Siegel erkennt den Willen zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention an. Es ist zudem Ausdruck einer Selbst-verpflichtung des Landkreises und Ansporn, die festgesteckten Ziele innerhalb von drei Jahren umzusetzen. Der von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragene Verein Kinderfreundliche Kommunen begleitet den gesamten Prozess.

Mit dem Modellvorhaben „Kinderfreundliche Landkreise“ öffnet sich das Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ nach Städten und Gemeinden nun auch für Landkreise. Das Modellvor-haben ist auf viereinhalb bis fünf Jahre angelegt und startet mit einer Phase der Anpassung von Instrumenten und Angeboten, um das bestehende Programm an die Anforderungen von Landkreisen anzupassen. Der Landkreis Stade ist der erste Landkreis deutschlandweit, der im Rahmen des Modellvorhabens dem Vorhaben „Kinderfreundliche Kommune“ beitritt. Die Zusammenarbeit beginnt am 1. September 2024, als zweiter Landkreis folgt in Kürze der Landkreis Schaumburg.

Kai Seefried, Landrat des Landkreises Stade, zeigte sich erfreut über die künftige Zusammenarbeit mit dem Verein : „Wir wissen: Kinder sind unsere Zukunft. Aber wie steht es um die Rechte der Kinder? Seit mehr als 30 Jahren sind Kinderrechte in Deutschland etabliert. Aber kommen sie überall an? Haben wir das richtige Bewusstsein? Ich glaube, dass in den vergangenen drei Jahrzehnten viel erreicht wurde, aber dass wir noch viel tun müssen, um Kinderrechte im Alltag wirksam werden zu lassen. Genau dies liegt mir am Herzen, die Kinderrechte und das Bewusstsein dafür zu stärken. Unser überregional anerkanntes Bildungsbüro bildet die perfekte Plattform und den Rahmen, um den Landkreis Stade auf diesem Weg zu begleiten, der erste ‚Kinderfreundliche Landkreis‘ in Deutschland zu werden. Ich weiß auch, dass dies ein herausfordernder Weg sein wird, der uns viel abverlangt. Aber gerade bei diesem Thema passt das Zitat ganz besonders gut: ‚Der Weg ist das Ziel‘. Lassen Sie uns gemeinsam eben diesen Weg beschreiten – für unsere Kinder!“

Dominik Bär, Geschäftsführer des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, sagte: „Im alltäglichen Sprachgebraucht werden Kommunen mit Städten und Gemeinden gleichgesetzt. Aber auch Landkreise gehören zu den Kommunen. Deshalb freuen wir uns sehr, den Landkreis Stade als ersten Landkreis in Deutschland in unserem Programm begrüßen zu dürfen. Mit der Teilnahme an unserem Vorhaben unterstreicht der Landkreis Stade die Bedeutsamkeit der Belange der Kinder und Jugendlichen vor Ort. Der Landkreis hat bereits erste Erfahrungen im Bereich der Kinder- und Jugendbeteiligung gesammelt. So gab es in der dem Landkreis angehörigen Hansestadt Buxtehude beispielsweise ein Jugendparlament. Mit dem Ziel des Landkreises, Kinderrechte in allen Bereichen in den Mittelpunkt zu stellen und somit ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Generationsgerechtigkeit zu setzen, wird es im nächsten Schritt nun darum gehen, die Situation der jungen Menschen vor Ort zu analysieren und Maßnahmen für mehr Kinderfreundlichkeit zu entwickeln. Mit großer Freude werden wir den Landkreis Stade auf diesem Weg begleiten.“

Das Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr wird nach einer Bestandsaufnahme und durch Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen der Aktionsplan vorbereitet. Nach dem Beschluss des Aktionsplans durch den Gemeinde- oder Stadtrat bzw. Kreistag prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen den Aktionsplan und vergibt das Siegel für die folgenden drei Jahre.

Seit über zehn Jahren begleitet der Verein Kinderfreundliche Kommunen Städte und Gemeinden und nun auch Landkreise bei der lokalen Umsetzung der Kinderrechte. Über 50 Kommunen, die ihre Politik und Verwaltung auf Kinderfreundlichkeit ausrichten wollen, haben sich dem Vorhaben „Kinderfreundliche Kommune“ angeschlossen – darunter Hanau, Köln, Potsdam, Regensburg, Stuttgart und Wolfsburg. Das Vorhaben basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative von UNICEF und wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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