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Gesundheit

AKH schließt Versorgungslücke: Neues Angebot „ADHS und Abhängigkeit“ etabliert

Harburg. Das Zentrum für seelische Gesundheit am Asklepios Klinikum Harburg, die größte Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Region, hat ein innovatives und dringend benötigtes Angebot eingeführt. Unter der Leitung des deutschlandweit anerkannten Experten PD Dr. Daniel Schöttle widmet sich die Klinik nun der spezialisierten Behandlung von Patienten mit der Doppeldiagnose ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung) und Abhängigkeit.

Ein dringender Bedarf

Rund ein Fünftel aller Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen leiden auch an ADHS, wie aktuelle Studien zeigen. PD Dr. Daniel Schöttle erläutert: „Menschen mit ADHS greifen oft zu Substanzen, um ihre Symptome zu lindern. Diese Selbsttherapie kann jedoch in eine Abhängigkeit führen und die Gesamtsituation verschlechtern. Die Folgen sind oft gravierend, sowohl im beruflichen als auch im sozialen Umfeld.“ Eine nicht diagnostizierte oder nicht behandelte ADHS kann zu einer frühen und schwerwiegenden Substanzabhängigkeit führen, was die Notwendigkeit spezialisierter Angebote verdeutlicht.

Das neue Behandlungsprogramm

Die Klinik bietet nun bis zu sechs Behandlungsplätze für Patienten mit der Doppeldiagnose an. Der Behandlungsdurchlauf dauert regulär drei Wochen: zwei Wochen stationär und eine Woche im tagesklinischen Setting. Ein zentrales Element der Behandlung ist die Psychoedukation, die Aufklärung über die Ursachen und Hintergründe von ADHS und deren Zusammenhang mit Abhängigkeitserkrankungen. Darüber hinaus vermittelt ein multiprofessionelles Team Strategien für den Umgang mit den durch ADHS verursachten Herausforderungen im Alltag der Betroffenen.

Sport-, Bewegungs-, Entspannungs- und Kreativgruppen sind ebenso Bestandteil des Programms wie die begleitete psychopharmakologische Einstellung. „Der Bedarf ist da und nimmt zu“, beobachtet Oberarzt Dr. Rico Mumbauer. „Wir begegnen ständig neuen Fällen der Doppeldiagnose ‚ADHS und Abhängigkeit‘, die von unserem Programm profitieren.“

Voraussetzungen und Zugang

Wesentliche Voraussetzung für die Teilnahme am Programm ist die Abstinenz von Substanzen zum Zeitpunkt der Aufnahme. „Nicht alle Patienten können das stationäre Angebot wahrnehmen, etwa aufgrund von Beruf oder Studium. Dies besprechen wir individuell vor der Aufnahme“, erklärt Dr. Mumbauer.

Das neue Angebot schließt eine wichtige Versorgungslücke und gibt Betroffenen die Möglichkeit, umfassende Unterstützung und spezialisierte Behandlung zu erhalten. Mit diesem Schritt setzt das Asklepios Klinikum Harburg einen bedeutenden Meilenstein in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen.

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