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Politik

Prinzip Hoffnung: Trepoll befürchtet Verkehrs-Chaos in Hamburgs Süden

Hamburg. Ein Verkehrschaos ungeahnten Ausmaßes droht im Hamburger Süden. Grund dafür ist die vorgezogene Sanierung der Bremer Straße. Das sagt das Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft André Trepoll. Eigentlich sollte diese Maßnahme bereits 2022 durchgeführt werden, wurde jedoch zugunsten der Ehestorfer Heuweg-Sanierung und der Arbeiten am Doppelknoten/ZOB Harburg auf 2027 verschoben. Nun hat der Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) entschieden, die Sanierung der Bremer Straße vorzuziehen. Erste Vorarbeiten beginnen noch in diesem Jahr, während die eigentliche Straßensanierung im Herbst 2025 starten soll. Eine Einbahnstraßenregelung stadtauswärts ist von Januar 2026 bis ins erste Quartal 2027 geplant.

Diese Entscheidung bringt erhebliche Belastungen für die Pendler im Hamburger Süden mit sich. Auf Anfrage von CDU-Wahlkreisabgeordneten André Trepoll an den Senat stellte sich heraus, dass SPD und Grüne keine konkreten Ausweichrouten für die Bauzeit planen. „Ein ausreichend leistungsfähiges Straßennetz in Harburg“ stehe zur Verfügung, so die Antwort des Senats. Es gibt jedoch keine gezielten Untersuchungen oder Berechnungen zu den Auswirkungen auf den Verkehr. Niedersachsen und die umliegenden Gemeinden wurden ebenfalls noch nicht in die Planung eingebunden. Trepoll zeigte sich erschüttert: „Es ist erschreckend, wie Rot-Grün hier ausschließlich auf das Prinzip Hoffnung setzt.“

Die zusätzlichen Belastungen für die B73 und die Winsener Straße durch Blockverkehr und Einbahnstraßenregelungen im Zuge der Bremer Straße-Sanierung werden unweigerlich zu einem Verkehrskollaps führen. Parallel laufende Baustellen, wie an der Cuxhavener Straße (2025-2027) und der Eißendorfer Straße (bis September 2025), verschärfen die Situation weiter. „Warum das Szenario von vollen Straßen und Frust unter Autofahrern bei SPD und Grünen nicht wirklich ernst genommen wird, bleibt schleierhaft oder ist politisches Kalkül“, so Trepoll.

Der Hamburger Senat verspricht sich von der modernisierten Bremer Straße neben einer erneuerten Straßendecke vor allem barrierefreie Bushaltestellen sowie attraktive Fuß- und Radwege. Geplant ist auch die Fällung von 57 Bäumen, darunter ein über 140 Jahre alter Ahornbaum, was durch 60 Neupflanzungen kompensiert werden soll. Außerdem fallen 131 Parkplätze weg, was laut Trepoll den Parkdruck und den unnötigen Parkplatzsuchverkehr deutlich erhöhen wird. „Statt alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt zu behandeln, müssen erneut die Autofahrer unter Rot-Grün den Kürzeren ziehen.“

André Trepoll kritisiert das Vorgehen scharf: „Das Hin und Her bei der Sanierung der Bremer Straße lässt an der Baustellenplanung des Senats zweifeln. Der Überblick scheint verloren, aber zumindest soll die Grundsanierung im Herbst 2025 beginnen. Wie der Senat jedoch zur Einschätzung kommt, dass das Harburger Straßennetz ausreichend leistungsfähig sei, erschließt sich mir nicht. Das tägliche Verkehrschaos spricht eine andere Sprache. Straßen müssen saniert werden, jedoch nicht auf allen Ausweichrouten gleichzeitig. Dass der Senat keine Ausweichrouten festlegen möchte, zeigt deutlich, dass es keine reibungslosen Alternativen gibt. Das Prinzip Hoffnung von SPD und Grünen ist in diesem Zusammenhang ein besonderes Armutszeugnis. So muss dann halt jeder selbst schauen, wie er von A nach B kommt. Das Autofahren so unattraktiv wie möglich zu machen, ist erklärtes Ziel des Senats. Dazu passt der Wegfall von über 130 Parkplätzen. Hamburg braucht endlich wieder eine Verkehrspolitik, die alle Verkehrsteilnehmer im Blick hat. Die einseitige Verkehrspolitik von SPD und Grünen geht an der Realität vorbei!“

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