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Sorge um Pflegebedürftige: Rettungsdienst wollte keinen Notarzt alarmieren

Neugraben-Fischbek. Am Mittwochmorgen hat die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes im Rahmen ihrer Betreuung einer 86-jährigen Seniorin im Stadtteil Neugraben-Fischbek die Notrufnummer der Rettungsleitstelle 112 gewählt. Die Dame, Vera A., hatte beim Besuch der Pflegekraft Hinweise auf eine ernsthafte Erkrankung gezeigt, dies sei nach Überzeugung der examinierten Pflegekraft ein Fall für den Notarzt. Während des Telefonats mit dem Disponenten der Feuerwehr Hamburg äußerte die Erkrankte aus dem Hintergrund, dass sie damit schon drei Tage zu kämpfen habe. Zuvor war die Pflegekraft noch mit Fragen zum Zustand der Dame konfrontiert worden. Dieser Fragebogen gehört offenbar zum Standard, um einen Notfall feststellen zu können.

Aufgrund dieser Eindrücke lehnte die Rettungsleitstelle es ab, einen Notarzt zu alarmieren und verwies die Pflegekraft auf den ärztlichen Notdienst der Kassenärzte (116117), wo sie dreimal nacheinander anrief aber nicht durchgestellt wurde. Ein weiteres Telefonat mit der Rettungsleitstelle der Feuerwehr ergab einen Rückruf durch Mitarbeiter des ärztlichen Notdienstes. Dort avisierte man einen Arztbesuch, der etwa 90 Minuten später stattfinden sollte. Nach Ablauf der Zeit meldete sich die Seniorin noch telefonisch beim Pflegedienst und teilte mit, dass kein Arzt gekommen sei.

Als eine Nachbarin sich gegen 11:30 Uhr auf den Weg machte, um sich nach dem Befinden von Vera. A. zu erkundigen, traf offenbar zeitgleich eine Ärztin des medizinischen Dienstes ein. Zu diesem Zeitpunkt führten die Ersthelferin auf Anweisung der Ärztin eine Reanimation durch, die aber ohne Erfolg beendet werden musste. Die Ärztin informierte Zeitgleich den Rettungsdienst. Die ansonsten noch agile Dame, hätte Sie überlebt, wenn der Rettungsdienst gekommen wäre?

Die Feuerwehr Hamburg hat auf die Presseanfrage von Suederelbe24.de nicht reagiert. Die Polizei Hamburg teilt mit, dass sich inzwischen die Staatsanwaltschaft Hamburg eingeschaltet hat. Diese erwartet Ermittlungsunterlagen des Landeskriminalamts (LKA), außerdem wird geprüft, ob das Dezernat für Interne Ermittlungen involviert werden muss.

Quelle
Hamburger AbendblattHamburger Morgenpost

5 Kommentare

  1. An Heiko:
    Mal von Notfallsanitäter zu Notfallsanitäter (und btw: so wird’s richtig geschrieben, wenn man schon mit dem Korrekturfinger unterwegs ist)…
    1. steht es dir nicht zu, dir anzumaßen, was alarmiert wird und was nicht.
    2. weiß ich nicht, was dich mit deinem
    Berufsbild so frustriert, hier so in Erscheinung zu treten…
    3. dich so über die Feuerwehr Hamburg zu äußern. Über das offensichtliche „Versagen“ des kassenärztlichen Notdienstes verlierst du kein Wort…

    Als unbeteiligte Person steht dir deine eigene Meinung zu, aber wenn du kein fundiertes Hintergrundwissen hast und keine anderen Perspektiven einholst, belass es auch bitte bei dir…

  2. Ich sehe das wie Heiko, es ist ein Unding. Ich als Pflegefachkraft wäre vor Ort geblieben und hätte nochmal Rabbatz gemacht wenn da keiner kommt.

  3. Ich finde es verantwortungslos von der Feuerwehr Leitstelle nicht einmal einen Rettungswagen 🚑 dorthin zu schicken. Der Anruf hatte das Stichwort Kurz Atmung/ Atemnot!!! Ich bin selber ausgebildeter Notfall Sanitäter . Und wenn das kein medizinischer Notfall ist den hat sich die Feuerwehr Hamburg strafbar gemacht. Die Anzeige ist folgerichtig. Für mich ist es unterlassende Hilfeleistung mit Todesfolge.

  4. Das läuft selten so wie es jeder wünscht. Das ist tragisch das die Person verstorben ist. So weit ich weiß, bestellt man die Sanitäter und diese bestellen den notarzt nach, wenn es nötig ist.

    1. Ich finde es verantwortungslos von der Feuerwehr Leitstelle nicht einmal einen Rettungswagen 🚑 dorthin zu schicken. Der Anruf hatte das Stichwort Kurz Atmung/ Atemnot!!! Ich bin selber ausgebildeter Notfall Sanitäter . Und wenn das kein medizinischer Notfall ist den hat sich die Feuerwehr Hamburg strafbar gemacht. Die Anzeige ist folgerichtig. Für mich ist es unterlassende Hilfeleistung mit Todesfolge.

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