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Wirtschaft

Familiär und cool: Die „Rote Hütte“ – Wie ein zweites Zuhause, aber ohne Stress

Neuenfelde. Was tun, wenn die Hausaufgaben erledigt sind? Ab in die „Rote Hütte“! Für die Kinder und Jugendlichen in Hamburg-Neuenfelde gibt es in und um das braunroten Holzhaus der Seehofsiedlung jeden Nachmittag Programm. Das Team der Jugendarbeit des Harburger DRK hat hier, im Obstanbaugebiet an der Grenze zu Niedersachsen, ein abwechslungsreiches Angebot aufgebaut. Chillen, toben, kochen, basteln, bolzen, Billard spielen… alles geht. Und auch Ideen der Kids werden spontan umgesetzt.

„Die Kids können hier so sein, wie sie möchten. Wir sind wie ein zweites Zuhause, aber ohne Stress. Konflikte gibt es kaum“, erklärt DRK-Mitarbeiterin Ömür Karabakan-Agemo das Konzept des Teams. Mit Kollegin und Sozialpädagogin Franziska Fellechner-Kahler ist sie an fünf Nachmittagen vor Ort, dreimal pro Woche bieten sie Sozialberatung an. Als Honorarkraft unterstützt Erkan Secilmis bei der Betreuung der jungen Gäste.

Die „Rote Hütte“ gibt es seit neun Jahren, Ömür war vom ersten Tag an dabei und kennt die Seehofsiedlung genau: „Ich bin hier aufgewachsen.“ Sie erinnert sich, wie die Kinderbetreuung und Jugendarbeit in der Siedlung vor mehr als 30 Jahren von der damaligen Kita-Leiterin Sabine Suhr initiiert wurde. Als Träger der vom Bezirk geförderten Angebote stieg das DRK Harburg ein – und das ist bis heute so geblieben. „Die Seehofsiedlung hat jede Aufmerksamkeit verdient. Der Bedarf an Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche, die hier groß werden, ist hoch“; erklärt Ömür.

Aufgrund der Randlage ist Jugendarbeit in Neuenfelde anders als in eng bewohnten Szene-Stadtteilen. Franziska beschreibt es so: „Wir agieren hier in enger Beziehungsarbeit. Das Vertrauen ist groß, es gibt viele Gespräche, viel Austausch. Man kennt sich untereinander und wir kennen hier jede Familie.“

Über den Plan in der „Roten Hütte“ entscheiden aber die Kinder und Jugendlichen selbst. „Wir reagieren auf die Interessen, das ist immer situativ und ändert sich je nach Laune oder je nach Social-Media-Trend“, so Franziska. „Ob Fitness, Tischtennis oder Fotografie…wir gestalten die Räume so, wie es gerade gebraucht wird.“

Wie gut das DRK-Angebot angenommen wird, zeigen die Zahlen: Pro Woche kommen zirka 40-50 Kinder und Jugendliche, die meisten sind zwischen 12 und 18 Jahren alt. Besonders beliebt ist das Ferienprogramm. „Wir haben den Ehrgeiz, den Kids genau die Ausflüge und Touren zu ermöglichen, die sie schon lange machen wollten“, erklärt Ömür.

Deshalb kam die Neujahrsspende des Wohnungsunternehmens Heimstaden, das seit 2022 in Neuenfelde 400 Wohnungen besitzt, wie gerufen. „Immer wieder haben vor allem die Mädchen den Wunsch geäußert, das Musical ,Der König der Löwen‘ besuchen zu wollen. Von der 1.000 Euro-Spende werden wir nun mit zehn Teilnehmenden einen Musical-Abend buchen. Das hätten wir mit unserem Budget nie gekonnt“, freut sich Ömür. Auch bei Heimstaden ist man happy: „Wir wurden seinerzeit herzlich von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Seehofsiedlung empfangen. Da ist es uns wichtig, etwas zurückzugeben und soziale Einrichtungen vor Ort wie die Jugendarbeit des DRK zu unterstützen“, meint Kai Zachow, Regionalleiter Hamburg von Heimstaden.

Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Ein Kommentar

  1. Ich bin derjenige, der sich in den letzten paar Jahren um die Kabelfernseh- Anlage in der Seehofsiedlung gekümmert hat, und ich sage euch, die Hälfte meiner grauen Haare hab ich mir da geholt. Ganze Tage und Wochen bin ich da rumgeturnt, bis ich die Anlage so einigermaßen (mit Betonung auf einigermaßen) entstört hatte. Besonders die Linie Richtung Seehofweg/ Urenfleet ist viel zu lang. Ändern kann man das aber nicht, weil sonst die Zuspeisung der türkischen Programme wegfallen würde.
    So herausfordernd die technische Seite war, so angenehm die menschliche: Es gab nicht eine unangenehme Begegnung, es war immer entspannt und freundlich.

    Vielleicht liegt es daran, dass die Jugend dort gar nicht in die Verlegenheit kommt, den ganzen Tag online zockend im Internet zu verbringen.

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