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Bezirk Harburg

Polizeiaktion im Einkaufszentrum Marmstorf führt zu Festnahmen, Schließung einer Bar und illegalen Glücksspielvorwürfen

Marmstorf. Im Marmstorfer Einkaufszentrum durchsuchte die Polizei am Mittwochabend die „Fuchs Bar“, die auch noch unter dem Namen „Marmstorfer Tenne“ bekannt ist. Dabei wurden drei illegale Fun-Gameautomaten sichergestellt, die eigentlich für Unterhaltungszwecke gedacht sind und keine Gewinne ausschütten dürfen. Darüber hinaus wurden etwa 2.900 Euro mutmaßliches Spielgeld beschlagnahmt.

Gegen einen Gast lag ein Haftbefehl wegen Fahrens ohne Führerschein vor, die Beamten nahmen den Mann vorläufig fest und legten Handschellen an. Noch vor der Tür solidarisierten sich die anderen Gäste und sammelten die rund 1000 Euro Geldstrafe, womit sie den Festgenommenen auslösten.

„Wäre ich in diesem Schweinestaat ein Jude und nicht Moslem, wäre ich nicht festgenommen worden.“, ließ der inzwischen wieder ohne Handfesseln befindliche Mann vor dem Lokal lautstark wissen. Nach seiner Erinnerung sei die Strafe noch von Corona offen, was er überprüfen wolle. Die unerträglichen Hasstiraden des Mannes führten im Nachinein zu einer Strafanzeige.

Die Frau, die nach Angabe von Gästen offenbar als Bedienung in dem Lokal arbeitete, wurde ebenfalls festgenommen. Nach ersten Erkenntnissen hält sich die 26-Jährige illegal in Deutschland auf. Auch hier wurde ein Strafantrag angefertigt.

Das Lokal wurde vorläufig geschlossen, wie erste Ermittlungen ergaben, hatte die Wirtin ihr Lokal via Untermietvertrag weiter verpachtet. Der aktuelle Betreiber habe offenbar jedoch keine Lizenzen und Befähigungen, den Betrieb zu führen. Bis zur Klärung der Rechtmässigkeit bleibt das Geschäft geschlossen, teilen die Ermittler mit. Bei den rund 20 Gästen, die das Geschehen vor der Tür mitverfolgten, stösst die Maßnahme auf Unverständnis. Eine Besucherin sagte: „Das ist ungerecht, wo soll man denn sonst noch hingehen und sein Bierchen trinken“. Gegen 20 Uhr beendete die Polizei die Maßnahme.

Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

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