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Politik

Bürgerschaftsabgeordneter befürchtet schlechte Baustellenkoordinierung mit System

Harburg. André Trepoll, CDU-Wahlkreisabgeordneter aus Süderelbe, setzt sich für eine verbesserte Koordination der zahlreichen Baustellen im Hamburger Süden im Jahr 2024 ein. Von der Bremer Straße über den Zentralen Busbahnhof bis zum Moorburger Elbdeich gibt es in Harburg immer wieder Probleme aufgrund von Koordinierungspannen und Planungsfehlern bei Baustellen. Trepoll hat den Senat nach den aktuellen Baustellen im Hamburger Süden befragt.

Die Antwort zeigt, dass bis zu 49 Maßnahmen, darunter 19 Leitungsarbeiten, für das Jahr 2024 in Hamburg-Harburg geplant sind. Zu den längsten Projekten gehören die Veloroute 10 Am Radeland (Mai 2024-September 2025) und die Leitungsarbeiten an der Bremer Straße (Mai 2024-Juli 2025). Auch an der Wattenbergstraße und der Haakestraße nahe dem Heimfelder S-Bahnhof sind langwierige Arbeiten (Mindestdauer: 12 Monate) geplant. Die Sanierung der Jägerstraße soll 10 Monate dauern. Die Velorouten an der Hannoverschen Straße und am Rehrstieg sind jeweils für 9 bzw. 8 Monate geplant.

Laut der Anfrage von Trepoll werden acht Maßnahmen den öffentlichen Personen- und Nahverkehr (ÖPNV) beeinträchtigen. Dies betrifft beispielsweise den Busverkehr zwischen Winsener Straße und Osterbaum oder zwischen Brücke des 17. Junis und Hannoverscher Straße von März bis Dezember.

Angesichts der bisherigen Erfahrungen, bei denen es 2023 bei 18 von 23 ausgewählten Baumaßnahmen zu teilweise erheblichen Verzögerungen kam, äußert Trepoll Bedenken hinsichtlich der termingerechten Fertigstellung der fast fünfzig Projekte. Die Zahlen dienen ihm als klare Warnung.

Trepoll kommentiert: „Marode Straßen, Brücken und Wege müssen natürlich instand gehalten werden. Aber die Lösung kann nicht sein, dass Baustellen schlecht koordiniert und häufig verspätet abgeschlossen werden. Dies frustriert die Bewohner unserer Stadt und mindert die Akzeptanz für neue Maßnahmen. Die versprochene bessere Baustellenkoordinierung funktioniert bis heute nicht. Vielmehr stellt sich die Frage, ob dahinter ein System steckt, das Autofahren so unattraktiv wie möglich machen soll. Hamburg wurde erneut zur Stauhauptstadt Deutschlands gewählt, und das ist das Ergebnis einer fehlgeleiteten Verkehrspolitik. Eine verbesserte Koordination und vor allem eine vernetzte digitale Verkehrslenkung sind möglich, man muss es nur wollen!“

2 Kommentare

  1. Wenn die Probleme sich häufen, der Neubau von Autobahnen im Moorgebieten und Neubau immer Vorfahrt vor Sanierung hat, kommt es zu solchen Situationen. Geld baut oder saniert keine Straßen und Fachkräfte, die es umsetzen, wachsen nicht auf den Bäumen. Ich glaube aber nicht, dass dahinter ein System steckt, sondern Dummheit und der ungebrochene Glaube an das ewige Wachstum auf einem begrenzten Planeten. Die fetten Jahre sind vorbei, nichts bleibt immer so, wie es ist.

  2. Lieber André Trepoll,
    die Zeit der autogerechten Stadt endet. Insofern ist der Vorwurf, das Autofahren möglichst unattraktiv zu machen, eigentlich kein Vorwurf. Es ist die logische Konsquenz klimatischer, gesellschaftlicher und energetischer Tatsachen- und Tatsachen sind keine Ideologie.

    Sind Sie schon mal zu Fuß oder mit dem Rad an der B73 unterwegs gewesen? Ich vermute, nicht. Es stinkt und es ist laut. Das mag erträglich sein, wenn man völlig entkoppelt von der Umwelt in einem SUV sitzt, Chopin aus dem Soundsystem perlt, die Klimaanlage arbeitet und die Luftfilter neu sind.

    A propos SUV: diese Autos tragen einen guten Teil zur schlechten Verkehrssituation bei. Sie brauchen mehr Platz (und Energie) als nötig. Zudem sitzen in 80% der Fälle in den täglich Hunderttausenden ein- und auspendelnden PKW jeweils nur eine Person. Die Autos werden immer größer, die Straßen aber nicht. Was folgt daraus?

    Ach ja, die Koordination der Baustellen. Da hatte es die CDU unter Ole von Beust leichter- da wurde zwischen 2001 und 2010 einfach gar nichts gemacht. Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, als selbst die Fahrbahnmarkierungen so fadenscheinig waren, dass das Fahren über eine Kreuzung schon bei leichtem Regen zum Blindfug geriet. Wenn die regierende SPD (mit deren verkehrspolitischen Vorstellungen ich auch einige Probleme habe) nun diesen Renovierungsstau abarbeitet, sollte das aus Sicht der CDU kein Anlass zur Kritik sein.

    Der Brüller ist übrigens Ihr Ruf nach Digitalisierung. Herr Trepoll, wir sind in Deutschland! Hier werden Akten geschleppt und Faxe verschickt. Und sollte die Verkehrsführung jemals digitalisiert werden, dann ganz bestimmt nicht zuerst in Harburg.

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