Kennst du schon unsere kostenlose App für Android?

Hole sie dir!
Hamburg

Am Belastungslimit: Beschäftige des öffentlichen Dienstes drohen mit unbefristeten Streiks

Wilhelmsburg. Auf einer Kundgebung der vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben am Donnerstagmorgen mehrere hundert Beschäftigte des öffentlichen Dienstes für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Sie forderten die Berücksichtigung einer Stadtstaaten-Zulage, für die sich noch vor einem Jahr auch Senator Andreas Dressel aussprach. Nach Informationen aus der Verhandlungsrunde der ver.di hat der Senator inzwischen die Meinung geändert und vertritt das Gegenteil. Gemeinsam mit der Ortsgruppe Hamburg von Fridays for Future haben die Streiks heute einen Schwerpunkt auf die Beschäftigten mit dem Themenfokus „Umwelt“ gelegt.

Mit dem Slogan „Dressel, mach die Kohle klar, sonst streiken wir bis ins neue Jahr“ machten die Beschäftigten klar, wohin die Reise geht.

Gefordert werden 10,5% mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro. Nachwuchskräfte sollen 200 Euro mehr erhalten und Auszubildende sofort unbefristet übernommen werden. Die Beschäftigten seien nach Auskunft des Vorsitzenden Frank Werneke längst weit über ihr Limit gegangen und haben in vielen Fällen ihre Belastungsgrenzen lange erreicht. Bundesweit blieben 300.000 Stellen im öffentlichen Dienst unbesetzt.

Monika Koops, Bezirksamt Wandsbek: „Wer Umweltschutz und Klimaschutzmaßnahmen umsetzen will, muss die dafür zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ordentlich bezahlen! Wir Kolleginnen und Kollegen aus Fachbehörden, Landesbetrieben und Bezirksämtern leisten die Basisarbeit dafür. Die Kolleginnen und Kollegen in vielen dieser Bereiche arbeiten bereits heute am Anschlag, unter hohem Druck, mit zu schlechten Löhnen und zu wenig Personal. Es wird immer schwieriger, Fachkräfte für diese Aufgaben zu gewinnen!“

Angekündigt wurde auch ein Schulstreik in der kommenden Woche, zu dem es in den nächsten Tagen weitere Informationen geben soll.

Andreas Scharnberg

Andreas Scharnberg ist freiberuflicher Journalist und betreibt nebenher sein eigenes und unabhängiges Projekt einer regionalen Onlinezeitung. Der Vater von 4 Kindern ist Experte in Sachen der Lebenshilfe, aktiver Gewerkschafter, politisch interessiert und engagiertes Mitglied beim Weissen Ring. Als Hamburger weiß er auch, wie es ist, im Regen zu stehen.

Ein Kommentar

  1. Ergänzung: Der Regionalstreik in Wilhelmsburg erreichte später knapp 1.000 Teilnehmende/Streikende.
    Der Regionalstreik In Wilhelmsburg reiht sich in eine ganze Reihe von Streiks ein, an denen das Bezirksamt Harburg von Anfang an partizipiert.
    13.11., ca. 650 in Bergedorf.
    14.11., ca. 800 in Mitte
    15.11., ca. 600 in Volksdorf
    16.11., ca. 1.200 in Wandsbek

    Neben den Regionalstreiks gab es vor dem Hintergrund der Tarifrunde der Länder auch bereits große zentrale Warnstreiks in Hamburg, ebenfalls mit Beteiligung durch das Bezirksamt Harburg.
    07.11., ca. 3.500 – 4.000
    22.11., ca. 6.500 – 7.000

    Bürger und Bürgerinnen können sich auf der Internetseite wastunfuerhamburg.de solidarisch zeigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert