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Weil die FDP blockiert: Klimaaktivisten nehmen Tempolimit in die eigene Hand

Hamburg. Mit der Blockade von Straßen haben die Aktivisten inzwischen auch den Zorn der betroffenen Verkehrsteilnehmer auf sich gezogen. Die Sinnhaftigkeit dieser Klebe-Aktionen wird inzwischen auch von der Szene nahestehenden Menschen in Frage gestellt. Jetzt wird über den Telegramkanal der Gruppe „Extinction Rebellion“ (XR), was übersetzt „Aufstand gegen das Aussterben“ heißt, ein neuer Plan verfolgt.

Eine entsprechende ausführliche Anleitung zur Vorbereitung, dem Abbau von Straßenschildern und dem Umgang mit Strafverfolgungsbehörden wird gleich mitgeliefert. Demnach werden Aktivisten motiviert, selbst ein Tempolimit einzuführen. Dazu sollen beispielsweise Zusatzschilder unter Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Autobahn entfernt werden, so dass das reduzierte Tempo nicht nur bei Nässe oder in der Nacht gelte.

Neben Hamburg hat es auch in Berlin und Frankfurt bereits Aktionen gegeben. Wie die Aktivistenen berichten, wird das Tempolimit von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt und könnte ohne Mehrkosten sofort mindestens 1,9 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Die Einführung werde jedoch bisher aufgrund des Einflusses von Lobbyisten der Automobilindustrie blockiert, die ihre Einzelinteressen vor das Gemeinwohl stellen.

„Wenn die Regierung es trotz Klimakrise nicht schafft, so etwas Einfaches wie das Tempolimit umzusetzen, dann gibt es keinen Zweifel mehr daran, dass unser System in dieser Krise auf voller Länge versagt. Es ist so einfach, ein Tempolimit durchzusetzen, warum blockiert die FDP es trotzdem?“, fragt Amelie Meyer, Umsetzerin des Tempolimits.

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2 Kommentare

  1. Die FDP hängt einer freiheitlichen Ideologie an, die noch aus dem 18 Jahrhundert stammt. Das hatte damals auch noch Sinn, denn es gab wesentlich weniger Menschen auf der Erde. Je mehr es sind, umso kleiner werden die Freiräume. Ist doch irgendwie logisch. „Freie Fahrt für freie Bürger“ und ähnliche Slogans sind heute nicht mehr vertretbar.
    Die Idee von ER ist doch gut.

    1. So seh ich das auch. Es gehört nicht zu den bürgerlichen Freiheiten, den Planeten in die Grütze zu fahren. Die Regelgeschwindigkeit 50 innerorts stammt auch aus den 1950er Jahren. Das Verkehrsaufkommen hat sich inzwischen aber mehr als verzehnfacht. Eine Absenkung auf 40 km/h würde schon viel bringen, aber wenn man davon redet, gucken unsere Lokal- und Landespolitiker, als wenn man über was Unanständiges redet. Dabei ist das Beispiel nicht fern: in Neuenkirchen gilt überall 40, sogar auf der B73. Sehr entspanntes Fahren.

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