Bezirk Harburg

Trickbetrug: Falsche Polizisten treffen auf echte Beamte

Hausbruch. Zivilfahnder des Polizeikommissariats 47 haben gestern eine 20-jährige Deutsche und einen 29-jährigen Deutschen vorläufig festgenommen. Sie stehen im Verdacht, an einer Betrugstat mit dem Modus Operandi „falsche Polizeibeamte / Callcenter-Betrug“ beteiligt gewesen zu sein.

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen erhielt eine 82-Jährige im Bredenbergsweg wohnhafte Seniorin mehrere, auch länger andauernde Anrufe eines bislang unbekannten Mannes. Dieser bediente sich der Masche des „falschen Polizeibeamten“ und versuchte durch gezielt falsche Angaben ein Unsicherheitsgefühl zu erzeugen, um dann nach Vermögensverhältnissen zu fragen.

Die Seniorin wurde im Laufe der Gespräche angewiesen, ihr Hab und Gut in eine Tasche zu packen und bereitzustellen. Ein weiterer Beamter würde diese Tasche später abholen. Die 82-Jährige hörte schließlich auf ihr Bauchgefühl und verständigte die richtige Polizei. Eine Frau und ein Mann erschienen zur Abholung an der Haustür der Seniorin, die in diesem Moment wieder einmal im Telefonat mit dem Unbekannten gebunden wurde.

Zivilfahnder erwarteten die Abholer bereits und nahmen sie vorläufig fest. Der bislang unbekannte Anrufer beendete das Gespräch. Der 29-Jährige wurde nach erkennungsdienstlicher Behandlung der Untersuchungshaftanstalt Hamburg zugeführt. Die 20-Jährige wurde nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Maßnahmen entlassen, da keine Haftgründe vorlagen. Die noch andauernden Ermittlungen führt das Landeskriminalamt 433 (Trickbetrug).

Tipps und Hinweise der Polizei:

Wenn die Polizei Sie anruft, erscheint niemals die Rufnummer 110 im Display. Polizeibeamte – fordern Sie am Telefon nicht zur Über- bzw. Herausgabe von Geld oder Wertgegenständen auf – befragen Sie am Telefon nicht zu persönlichen oder finanziellen Verhältnissen. Schon gar nicht befragen Polizeibeamte Sie zu Ihren Geldverstecken – setzen Sie niemals unter Druck. Sind Sie sich unsicher, legen Sie einfach den Hörer auf. Aufzulegen ist in solchen Fällen nicht unhöflich, sondern wichtig!

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