Bezirk HarburgPolitik

Sedimentmanagement: Senat muss Verantwortung übernehmen

Neuenfelde. Es ist die älteste bestehende Werft Deutschlands, ihre erste urkundliche Erwähnung fand 1635 statt. Bis 2009 war die Werft neun Generationen lang im Familienbesitz. Nachdem 2008 eine allgemeine Schiffahrtskrise begann geriet die Werft in finanzielle Schwierigkeiten und wurde durch die Open JSC Pella Group übernommen. Die sicherte eine 8-jährige Frist zu, indem die Firma Bestand haben soll.

Auf der Werft arbeiten nach der Insolvenz in Folge der Finanzkrise 2008 inzwischen wieder 350 Mitarbeiter, die Werft ist auf Wachstumskurs. Die Auftragslage ist gut, aber die Verschlickung der Este ist ein Problem. Die Fertigstellung und Auslieferung des jetzt im Bau befindlichen Baggerschiffs und der zukünftige Schiffbau sind durch die massive Verschlickung der Estemündung und der Fahrrinne im Mühlenberger Loch gefährdet.

Die Verschlickung betrifft nicht nur die Werft, sondern auch den Schiffsverkehr auf der Este. Die Wasserstraße der Este wird nicht mehr erhalten, die Fähre Cranz-Blankenese kann ihren Fahrplan nicht einhalten und bei Niedrigwasser die Anleger Cranz und Neuenfelde nicht anlaufen. Ganz dramatisch ist die Verschlickung im Bereich des Estesperrwerks. Das Sperrwerk sichert und schützt das Alte Land und den Südwesten Hamburgs bis Finkenwerder, Neugraben und Neuwiedenthal vor Hochwasser. Bereits 2011 und 2019 ist das Sperrwerk wegen Verschlickung havariert und konnte nicht mehr geschlossen werden. Die Verschlickung ist die Folge des teilweisen Zuschüttens des Mühlenberger Loches für die Airbuserweiterung und des Tidal-Pumping in Folge der Elbvertiefung.

Dr. Gudrun Schittek Foto: Bündnis 90 / Die Grünen

„Der Senat ist in der Verantwortung für die Folgen seiner Wirtschaftspolitik im Süden Hamburgs. Der Standort der Pella Sietas Werft muss nachhaltig gesichert werden. Der Schiffsverkehr auf der Este muss erhalten bleiben und der Fährverkehr der Fähre Cranz-Blankenese muss zuverlässig möglich sein. Wir brauchen ein nachhaltiges Sedimentmanagement im Mühlenberger Loch, der Estemündung und am Estesperrwerk zur Sicherung des Hochwasserschutzes für den Südwesten Hamburgs.“, sagt Dr. Gudrun Schittek, MdHB. Die Abgeordnete setzt sich für den Erhalt der Werft am Standort ein und fordert Verantwortung vom Senat ein.

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